Meldung vom
06.10.2026
Sei bereit: die gemeinsame Kampagne des Rems-Murr-Kreises mit all' seinen 31 Städten und Gemeinden zum Bevölkerungsschutz
Eigenvorsorge stärken, Risiken kennen, zusammen handlungsfähig bleiben Was ist zu tun, wenn nach einem Unwetter der Strom ausfällt, Straßen überflutet sind oder wichtige Kommunikationswege nicht mehr funktionieren? Krisen und Notlagen können unerwartet eintreten. Wer vorbereitet ist, weiß im entscheidenden Moment, was zu tun ist. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig mit möglichen Szenarien auseinanderzusetzen und einfache Vorkehrungen zu treffen. Wirksamer Bevölkerungsschutz lebt nicht nur vom professionellen Einsatz der Behörden und Hilfsorganisationen. Auch die Eigenvorsorge jedes Einzelnen trägt dazu bei, dass Menschen in einer Notlage handlungsfähig bleiben. Landkreis, Städte und Gemeinden sowie die Blaulichtorganisationen arbeiten im Not- und Ernstfall eng zusammen. Damit diese Hilfe im Krisenfall bestmöglich wirken kann, ist es entscheidend, dass auch die Bürger frühzeitig vorsorgen, sich verlässlich informieren und vorbereitet sind. Im Zuge der gemeinsamen Kampagne mit dem Landkreis und allen 31 Städten und Gemeinden im Rems-Murr-Kreis sowie des internationalen Tages der Katastrophenvorsorge sei hier nochmals darauf hingewiesen, was jeder selbst tun kann, um im Fall einer Krise oder Katastrophe nicht selbst hilfebedürftig zu werden. Wertvolle Hinweise und Informationen zu vielen Themenbereichen des Katastrophen- und Zivilschutzes bietet das Bundesamt für Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe - kurz BBK. Die Wichtigsten sind im folgenden zusammengefasst: Vorsorge und Selbstschutz beginnen nicht erst im Katastrophenfall Ob länger andauernder Stromausfall, Unwetter, Hochwasser, Brand, Ausfall der Kommunikation oder eine andere Krisensituation: Es kann Situationen geben, in denen Hilfe nicht sofort überall verfügbar ist oder der gewohnte Alltag vorübergehend nicht funktioniert. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt deshalb jedem Haushalt, sich auf mögliche Notlagen vorzubereiten. Dabei geht es nicht darum, Angst zu machen oder einen „Notfallbunker“ einzurichten. Es geht um einige ganz einfache und überschaubare Maßnahmen, die im Ernstfall sehr hilfreich sein können. Die wichtigste Empfehlung des BBK: Jeder Haushalt sollte sich möglichst zehn Tage selbst versorgen können. Wer diesen Vorrat noch nicht hat, kann zunächst für drei Tage vorsorgen und anschließend Schritt für Schritt aufstocken. 1. Lebensmittel und Trinkwasser bevorraten Ein ausreichender Vorrat an Lebensmitteln ist eine der wichtigsten Vorsorgemaßnahmen. Das BBK empfiehlt zwei Liter Trinkwasser pro Person und Tag . Für einen Haushalt mit zwei Personen bedeutet dies beispielsweise: 3 Tage: 12 Liter, 5 Tage: 20 Liter, 7 Tage: 28 Liter, 10 Tage: 40 Liter Hinzu kommen haltbare Lebensmittel für die entsprechende Anzahl von Tagen. Geeignet sind beispielsweise Konserven, Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte, Müsli, Zwieback, haltbares Brot, haltbare Milch, Nüsse oder andere Lebensmittel, die ohne Kühlung längere Zeit gelagert werden können. Wichtig ist: Bevorratet werden sollte das, was im eigenen Haushalt auch tatsächlich gegessen wird. Besondere Ernährungsbedürfnisse, Lebensmittelunverträglichkeiten, Babynahrung oder Lebensmittel für ältere Menschen sollten berücksichtigt werden. Außerdem sollte bedacht werden, ob die Lebensmittel auch ohne Strom zubereitet werden können. Das BBK empfiehlt deshalb eine alternative Kochmöglichkeit, beispielsweise einen geeigneten Campingkocher oder eine andere netzunabhängige Möglichkeit. Auch der notwendige Brennstoff sollte vorhanden sein. Auch Haustiere gehören zur Vorsorge: Für Hunde, Katzen und andere Tiere sollte ebenfalls ausreichend Futter und gegebenenfalls Wasser vorhanden sein. 2. Persönliche Medikamente und Hausapotheke Ein Notfall ist der falsche Zeitpunkt, um festzustellen, dass wichtige Medikamente fehlen. Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte deshalb darauf achten, dass ein ausreichender persönlicher Vorrat vorhanden ist. Auch eine gut ausgestattete Hausapotheke und Erste-Hilfe-Ausrüstung gehören zur persönlichen Vorsorge. Dabei sollte regelmäßig überprüft werden: persönliche MedikamenteVerbandmaterial und PflasterDesinfektionsmittelFieberthermometerSchmerz- und gegebenenfalls weitere übliche Hausmittelnotwendige Medikamente für KinderErsatz für wichtige Hilfsmittel, beispielsweise Brille oder Hörsysteme Das BBK weist ausdrücklich darauf hin, persönliche Medikamente und Erste-Hilfe-Material auch für den Fall einer kurzfristigen Evakuierung bereitzuhalten. 3. Taschenlampen, Radio und Powerbank Bei einem längeren Stromausfall funktionieren viele Dinge des täglichen Lebens plötzlich nicht mehr. Lichtschalter, Steckdosen, Fernseher und möglicherweise auch Internet und Mobilfunk können ausfallen. Deshalb sollte jeder Haushalt mindestens eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien griffbereit haben. Empfehlenswert ist, nicht erst im Notfall danach suchen zu müssen. Ebenfalls wichtig ist eine Möglichkeit, auch ohne Internet über aktuelle Entwicklungen informiert zu bleiben. Das BBK empfiehlt ein batterie- oder solarbetriebenes Radio mit Ersatzbatterien beziehungsweise ein Kurbelradio . Darüber hinaus gehören Powerbanks für Mobiltelefone zur sinnvollen Grundausstattung. Sie sollten regelmäßig geladen und im Bedarfsfall schnell verfügbar sein. Hilfreich ist außerdem eine Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier , denn gespeicherte Kontakte sind bei einem leeren oder ausgefallenen Smartphone möglicherweise nicht erreichbar. 4. Wärme und Licht sicherstellen Bei einem längeren Stromausfall kann im Winter auch die Heizung betroffen sein. Deshalb sollte man vorsorgen mit: - warmer Kleidung - Decken, Schlafsäcken - Taschenlampen und Ersatzbatterien, gegebenenfalls Kerzen und Feuerzeug Das BBK nennt darüber hinaus netzunabhängige Heizmöglichkeiten als mögliche Vorsorgemaßnahme. Bei allen Heiz- und Kochmöglichkeiten gilt jedoch: Niemals Grills, Campingkocher oder andere Geräte, die nicht dafür vorgesehen sind, in geschlossenen Räumen verwenden. Hier besteht akute Brand- und Erstickungsgefahr. 5. Notgepäck griffbereit vorbereiten Muss ein Gebäude beispielsweise wegen eines Brandes, Hochwassers oder einer anderen Gefahr kurzfristig verlassen werden, bleibt häufig keine Zeit, in Ruhe zu packen. Deshalb empfiehlt das BBK ein vorbereitetes Notgepäck . In einen Notfallrucksack gehören unter anderem: persönliche MedikamenteErste-Hilfe-MaterialTrinkflaschehaltbare Verpflegung für etwa zwei TageTaschenlampe und ErsatzbatterienRadio und ReservebatterienPowerbankwichtige Hygieneartikelwarme Kleidung und Wechselkleidungwetterfeste Kleidung und feste SchuheSchlafsack oder DeckeArbeitshandschuheTaschenmesser und DosenöffnerFeuerzeug oder StreichhölzerKopfbedeckungErsatz für wichtige Hilfsmittel wie Brille oder Hörsystemeetwas Bargeldwichtige Dokumente beziehungsweise eine Dokumentenmappe Der Notfallrucksack sollte so aufbewahrt werden, dass er schnell erreichbar ist. 6. Wichtige Dokumente sichern Eine Dokumentenmappe mit den wichtigsten persönlichen Unterlagen sollte in jedem Haushalt vorhanden und im Notfall schnell greifbar sein. Dazu gehören beispielsweise: Personalausweis und ReisepassFührerschein und FahrzeugpapiereKrankenversicherungskarteImpfpasswichtige VersicherungsunterlagenBank- und VertragsunterlagenRenten- und EinkommensnachweiseMiet- oder EigentumsunterlagenVollmachten und Patientenverfügungwichtige Zeugnisse und Nachweise Das BBK empfiehlt außerdem, wichtige Unterlagen zusätzlich zu sichern und das eigene Eigentum beispielsweise durch Fotos zu dokumentieren. 7. Warnungen empfangen können Wer im Ernstfall rechtzeitig gewarnt wird, kann schneller und richtig reagieren. Deshalb sollte auf dem Smartphone eine Warn-App wie NINA installiert und eingerichtet sein. Auch Cell Broadcast sollte auf dem Mobiltelefon aktiviert sein. Darüber hinaus können Radio und Fernsehen wichtige Informationsquellen sein. Sirenen dienen insbesondere dazu, die Bevölkerung auf eine Gefahr aufmerksam zu machen. Wichtig ist: Warnungen sollten ernst genommen und die darin enthaltenen Handlungsempfehlungen beachtet werden. Informationen sollten möglichst aus offiziellen und verlässlichen Quellen stammen. 8. An Kinder, ältere Menschen und Haustiere denken Jeder Haushalt hat andere Bedürfnisse. Familien mit kleinen Kindern benötigen beispielsweise Babynahrung, Windeln und entsprechende Hygieneartikel. Ältere oder hilfsbedürftige Menschen benötigen möglicherweise bestimmte Medikamente oder Hilfsmittel. Auch Haustiere dürfen nicht vergessen werden. Neben Futter können beispielsweise Transportboxen, Leinen, Medikamente oder andere notwendige Utensilien wichtig sein. Und auch die Nachbarschaftshilfe ist ein wichtiger Bestandteil des Selbstschutzes: Wer weiß, dass in der Nachbarschaft alleinlebende ältere Menschen oder andere Personen leben, die im Ernstfall Unterstützung benötigen könnten, kann sich schon im Alltag Gedanken darüber machen, wie gegenseitige Hilfe funktionieren kann. 9. Bargeld und wichtige Alltagsgegenstände Bei einem Strom- oder IT-Ausfall können Kartenzahlung und Geldautomaten möglicherweise vorübergehend nicht funktionieren. Das BBK führt deshalb auch Bargeld als Bestandteil der persönlichen Vorsorge auf. Ebenso sinnvoll ist es, Dinge des täglichen Bedarfs nicht erst dann zu kaufen, wenn sie dringend benötigt werden. Dazu gehören beispielsweise Hygieneartikel, Toilettenpapier, Waschmittel, Batterien oder Tierfutter. 10. Nicht alles auf einmal – aber anfangen Niemand muss seinen Haushalt innerhalb eines Tages komplett auf eine mögliche Krise vorbereiten. Wer heute damit beginnt, kann sich Schritt für Schritt eine sinnvolle Grundausstattung aufbauen: Trinkwasser haltbare Lebensmittel persönliche Medikamente und Hausapotheke Erste-Hilfe-Material Taschenlampe und Ersatzbatterien Radio und Batterien Powerbank Kerzen und Feuerzeug warme Kleidung und Decken Hygieneartikel Bargeld wichtige Dokumente Notgepäck Lebensmittel und Wasser für Haustiere Warn-App NINA Das BBK stellt hierzu einen ausführlichen „Ratgeber Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ sowie praktische Checklisten kostenlos zur Verfügung. Die Checklisten können individuell angepasst, ausgedruckt und Schritt für Schritt abgearbeitet werden. Vorsorge ist keine Panikmache. Sie ist verantwortungsbewusstes Handeln. Wer einen gewissen Vorrat besitzt, wichtige Unterlagen griffbereit hält, ein Radio und eine Taschenlampe zur Hand hat und weiß, wie er im Ernstfall reagieren kann, schafft sich selbst und seiner Familie ein wichtiges Stück Sicherheit. Denn Bevölkerungsschutz beginnt nicht erst bei Feuerwehr, Rettungsdienst oder Katastrophenschutz. Er beginnt bei jedem Einzelnen – und eine gute Vorbereitung hilft im Ernstfall allen. Das BBK erreichen Sie über dessen Internetseiten: www.bbk-bund.de oder konventionell: Poststelle BBK 0228 99 550-0 poststelle@bbk.bund.de Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Provinzialstraße 93, 53127 Bonn Postfach 18 67, 53008 Bonn