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Entspannt-leger? Oder feierlich? Der Sommerempfang 2018 war beides

Petrus hat Wiedergutmachung betrieben. Nachdem man mit ihm bei der verregneten Verabschiedung von Bürgermeister Hetzinger an gleicher Stätte nicht eben zufrieden sein konnte, zeigte sich der Wettergott beim Sommerempfang der Gemeinde Urbach im Atrium der Atriumschule und drum herum von seiner besten Seite.
 
Das dekorativ in Remstal Gartenschau-Grün gehaltene Ambiente – von den Sonnenschirmen bis zu den Liegestühlen – wies auf das 2019 bevorstehende und immer näher rückende Großereignis nicht nur hin, sondern machte auch Lust darauf.

Zahlreiche Gäste in gelöster Stimmung beim Sommerempfang der Gemeinde Urbach.

Bürgermeisterin Martina Fehrlen begrüßte erstmals Gäste und Ehrengäste zum Sommerempfang.

Mit ihr sei am 22. April mit ihrer Wahl zur Bürgermeisterin auch eine neue Strategie ins Rathaus gewählt worden. Sie stehe für einen verstärkten Bürgerdialog, Nachhaltigkeit im Sinne des Dreiklangs aus Ökologie, Ökonomie und Sozialem, und – für eine andere Gesprächsatmosphäre. Mit dieser anderen Art des „Aufeinander-Zugehens“ wolle man gemeinsam die vielen anstehenden Projekte meistern. An der Stelle sprach sie den Rathaus-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein großes Lob aus.

Die Remstal Gartenschau werde nächstes Jahr zu dem Großereignis in der Region schlechthin. „Überlegen Sie es sich gut, ob Sie nicht Ihren Sommerurlaub im Remstal verbringen wollen! So vieles gilt es zu entdecken und auszuprobieren – gerade auch für Familien und aktive Bürgerinnen und Bürger“, so der Hinweis der Urbacher Bürgermeisterin, die zudem aufrief: „Machen Sie mit, beteiligen Sie sich aktiv und werden Sie Teil des unendlichen Gartens, der vielfältigen Feiern und der kreativen Aktionen.“

Als Beispiele für besonders große Veranstaltungen, nannte sie die Bobby Car-Weltmeisterschaft an der Hagsteige durch die Schatzkiste e.V. sowie den Motorradgottesdienst auf dem Marktplatz durch die evangelische Kirche. Daneben gebe es eine Vielzahl von Vereinsveranstaltungen, „die von Urbachern für Urbacher organisiert werden und bei denen wir zusammenkommen und gemeinsam feiern können. Sie merken – das mit dem Urlaub im Remstal meine ich wirklich ernst!“
 
Mit den Bauprojekten im Rahmen der Remstal Gartenschau gehe es voran – auch wenn man das momentan noch nicht wirklich sehe und daher nicht ganz glauben könne. Die Planungen seien aber so, dass bis zum Startschuss der Gartenschau am 10. Mai 2019 alles fertig sei. Zum Beispiel ein attraktiver Starterplatz am Grillplatz unten an der Rems. Von dort und vom Bahnhof werde über die neue Mitte ein besonders gestalteter spannender Weg durch Urbach zu den Attraktionen an der Hagsteige und in Richtung der 6-Wege-Kreuzung und dem Panoramaweg führen. An der Hagsteige entstehe ein neues Aussichtspodest mit gutem Blick auf das Naturbiotop am Bergrutsch. Am Bergrutsch selber entstehe auch eine neue Aussichtsplattform mit Informationstafeln.

Der Waldspielplatz mit Grillmöglichkeit werde so in den Wald integriert, dass der Wald selber zur Spiel- und Entdeckungsmöglichkeit werde. Auch die neue Mountainbike-Strecke werde sicherlich viele aktive Personen sich aufs Rad schwingen lassen und den Wald für ganz neue Bevölkerungsgruppen als Ausflugsziel attraktiv machen. „Mit unserem Angebot bieten wir unterschiedlichen Altersgruppen eine gute Auswahl an verschiedenen Aktivitäten im Wald“, so Frau Fehrlen.

Der Walderlebnispfad in Form einer großen 8 werde in dieser Art einzigartig im weiten Umfeld sein. Bürgermeisterin Fehrlen dazu: „Wir wenden uns mit unserem Angebot explizit an Naturliebhaber, nachhaltig orientierte Familien, Schulklassen bei Waldtagen und an achtsame Bürgerinnen und Bürger, die den Wald im Sinne der Biophilia-Bewegung als Gesundbrunnen bewusst nutzen wollen.“

Bürgermeisterin Martina Fehrlen bei Ihrer Ansprache.

Jede Gemeinde werde im Verlaufe der Gartenschau eine Highlight Woche haben, in der sich auch die Medien überregional auf diese Gemeinde konzentrieren sollen. Das sei in Urbach die Woche vom 9. bis zum 15. September 2019.

Oben in der Nähe des Parkplatzes an der Hagsteige werde auch der Treffpunkt für die regelmäßig stattfindenden natur- und waldpädagogischen Führungen liegen. Frau Fehrlen: „Auch ohne Waldhaus werden wir dieses wichtige Thema natürlich angehen und umsetzen. Als neue Bürgermeisterin habe ich den Bürgerentscheid nicht gegen das Thema Natur- und Waldpädagogik, sondern gegen eine dauerhafte Immobilie an diesem Standort verstanden.“ Als Lagerort für die benötigten Materialien und einen Aufenthaltsort bei schlechtem Wetter werde mamn mobile und zeitlich begrenzte Lösungen schaffen. Ziel sei es, wöchentlich eine regelmäßige Führung anbieten zu können. Darüber hinaus solle die Möglichkeit geschaffen werden, für Schulklassen oder z.B. für Kindergeburtstage Führungen anzubieten und zu buchen. Beim Turm-Projekt am Panoramaweg auf dem Gänsberg stünden die notwendigen Genehmigungen durch das Landratsamt noch aus.

Auch in der Ortsmitte werde die Gartenschau sichtbar. Dieses Jahr noch werde das Hirsch-Areal an der Hauptstraße abgerissen. An dieser Stelle solle nächstes Jahr während der Gartenschau ein Bürgergarten entstehen.

Die Bürgermeisterin animierte zu Ideen: „Kräuterbeet, Gemüseanzucht, Rosenpark, Blühwiesen oder Naschgarten – es ist Ihre Entscheidung! Bringen Sie sich aktiv ein! Werden Sie Teil der Arbeitsgruppe Hirsch-Areal und diskutieren Sie mit anderen Bürgerinnen und Bürgern Ihre Ideen. Es ist Ihr Bürgergarten! Machen Sie mit!“

Zur Mobilität innerhalb von Urbach während der Remstal Gartenschau erläuterte Frau Fehrlen, man versuche, die mit dem Auto kommenden Besucherinnen und Besucher bewusst zum zentralen Standort Auerbachhalle zu lenken.
Von dort aus sollen sie mit geeigneten Verkehrsmitteln zum Freibad und dann die Hagsteige hoch transportiert werden. Der Fokus liege dabei auf der Elektromobilität. Wegen des Gefälles der Hagsteige sei das aber einfacher gesagt als getan. „Wir müssen uns also eine kreative Lösung einfallen lassen!“, so Bürgermeisterin Fehrlen.

Nach diesem Überblick über die Themen und Veranstaltungen der Remstal Gartenschau ging sie auf die Weiterentwicklung der neuen „Urbacher Mitte II“ als Wohngebiet im Herzen der Gemeinde ein. Durch den städtebaulichen Lückenschluss werde die freie Landschaft und Natur rund um Urbach geschont.
Gleichzeitig gebe es kurze Wege zum Einkaufen, zum Bus, zur Bahn und auch zu den Schulen und Kindertagesstätten. Dieses neue Viertel werde qualitativ hochwertigen Wohnraum insbesondere für junge Familien und für Seniorinnen und Senioren gleichermaßen bieten.
Bei der Vergabe der Bauplätze an Bauträger achte man auf eine sozial ausgewogene Gestaltung. Auch das neue Wohngebiet „Marktweg“, sei, wenngleich deutlich kleiner, sehr attraktiv.

Der Appell der Bürgermeisterin galt der Vermietung von verfügbaren Wohnungen. Der Bedarf übersteige das Angebot bei weitem. „Junge Familien müssen ungewollt aus Urbach weg ziehen. Bitte helfen Sie, sofern Sie können!“

Weiter sprach Sie an das Radwegekonzept, das das Radfahren in Urbach attraktiver und sicherer gestalten solle, den Bau von Rückhalteräumen für den Hochwasserschutz und die anstehenden Kanalsanierungen, „die uns die nächsten Jahre kontinuierlich begleiten werden“.
Das Thema Buslinien sei in den nördlichen Gebieten der Gemeinde sehr präsent. Man werde dieses Thema im öffentlichen Bürgerdialog besprechen.

Diskutieren müsse man auch das Thema einer Ortsumfahrung von Urbach aus Richtung Plüderhausen hin zur B 29. „Diese südliche Entlastungsstraße würde den Durchgangsverkehr in der Ortsmitte um ca. 5.000 Fahrzeuge pro Tag reduzieren“, und damit ganz signifikant zur Verkehrsberuhigung und Erhöhung der Verkehrssicherheit und Lebensqualität im Ortskern beitragen.

Auch die Anwohner der Hauptverkehrsstraßen von Urbach hätten ein Anrecht auf den Schutz vor Verkehrslärm. „Und wir müssen durch weniger Durchgangsverkehr unsere Neue Mitte – die in Zukunft ja auch auf das ehemalige Hirsch-Areal und damit bis zum Rathaus ausgeweitet wird – für Fußgänger attraktiv gestalten“, so Bürgermeisterin Fehrlen.

Als weiteres Ziel nannte sie die Schaffung von ausreichend Arbeitsplätzen in Wohnnähe. Davon profitierten alle – die Familien, weil berufstätige Eltern kaum Zeit fürs Pendeln aufwenden müssten und Vereine, weil Ehrenamtliche früher vor Ort sein könnten. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der gesamten Gemeinde Urbach wolle man die Ansiedlung von weiteren Unternehmen in Urbach aktiv voran treiben und auch ein weiteres Gewerbegebiet ausweisen.

Die Bigband des Max-Planck-Gymnasiums sorgte prächtig für die musikalische Unterhaltung.

Der Bigband des Max-Planck-Gymnasiums dankte sie für die musikalische Umrahmung des Sommerempfangs und dem Gewerbeverein Urbach für die großzügige Übernahme der Kosten für die Getränke des Abends.

Hohe Ehrungen beim Sommerempfang der Gemeinde für Anneliese Stegmaier, Ursula Jud und Dr. Konrad Scherer

Die Bürgermedaille der Gemeinde Urbach erhielten für Ihre langjährigen großen Verdienste im Ehrenamt auf Beschluss des Gemeinderats Herr Dr. Konrad Scherer und Frau Ursula Jud. In ihrer Laudatio auf Dr. Konrad Scherer ging Bürgermeisterin Fehrlen zunächst auf sein kommunalpolitische Wirken als Gemeinderat ein, der er nunmehr seit bald 19 Jahren ist, in denen er zahlreichen Ausschüssen, Gremien und Arbeitsgruppen angehörte. Als Mitglied des Gemeinderats sei er bis heute immer an entscheidender Stelle mit dabei gewesen, wenn es darum ging, für wichtige gemeindliche Einrichtungen die Weichen richtig zu stellen, in der Vergangenheit, um nur zwei Beispiele zu nennen, z.B. als Mitglied der Arbeitsgruppe Atriumhalle, die im Juli 2004 eingeweiht wurde, und als Mitglied der Arbeitsgruppe Mediathek, die im März 2005 ihre Pforten im ehemaligen Rathaus Urbach-Nord öffnete. Für seine Besonnenheit, seine Umsicht, seine Menschenkenntnis und seine Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten im Verbund mit seinem klaren Urteilsvermögen und seiner Fähigkeit zu pragmatischen Lösungsansätzen genieße er im Gemeinderat und bei vielen Urbacherinnen und Urbachern große Wertschätzung, so Bürgermeisterin Fehrlen. Seit 1977 sei Herr Dr. Scherer in Urbach als Arzt mit eigener Praxis tätig gewesen, nachdem schon sein Vater seit 1947 als niedergelassener Arzt in Urbach praktiziert habe. Und nun habe er diese Familientradition in die nächste Generation weiter gegeben. „Das freut uns hier am Ort sehr“, so Frau Fehrlen. Dr. Scherer habe die Koronarsportgruppe als Arzt und in beratender Funktion bereits seit sage und schreibe 35 Jahren begleitet. Er bringe sich darüber hinaus – und dies schon seit seiner Zeit als Student – als Rot-Kreuz-Arzt für die Gesellschaft ein.

Bürgermeisterin Frau Fehrlen überreicht Dr. Konrad Scherer die Bürgermedaille der Gemeinde Urbach.

Bürgermeisterin Fehrlen weiter: „Sie sind ein Mensch, dem es immer schon ein persönliches Anliegen war, Schwachen und Kranken, Benachteiligten und Hilfebedürftigen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Sie haben dies stets in großer Bescheidenheit getan und in großer Selbstverständlichkeit, ohne dies an die große Glocke zu hängen. Sie haben damit echte Nächstenliebe praktiziert und vielen Urbacher Familien auch über ihre ärztliche Tätigkeit hinaus geholfen, einfach aus der Erkenntnis der familiären Verhältnisse heraus, die Ihnen als Jahrzehnte lang praktizierendem Landarzt in Urbach natürlich oftmals über Generationen hinweg nicht unbekannt waren. So haben Sie auch gesetzliche Betreuungen für Menschen übernommen, die dessen bedurften und nicht allein damit zurecht gekommen wären, ihren Alltag zu bestreiten. Dieses Engagement und vor allem dieses Engagement über so viele Jahre, ist beeindruckend, in denen Sie sich – man kann es schon so bezeichnen – seelsorgerisch um vieles und viele gekümmert haben.“. Diese innere Einstellung, sich dafür einzusetzen, für Menschen etwas zu erreichen, spiegele sich auch in seiner Tätigkeit bei der Flüchtlingshilfe wider, so habe er z.B. auch schon dabei mitgeholfen, dass Flüchtlingen in Urbach eine Wohnung habe vermittelt werden können. „Sie, Herr Dr. Scherer, sind ein Mensch, der, wenn er um etwas gebeten wird, nicht nein sagen kann“, so die Urbacher Bürgermeisterin. „So viele Stunden in so vielen unterschiedlichen Bereichen haben Sie sich für die Gemeinde ehrenamtlich eingebracht und machen es noch heute. Dafür möchten wir Ihnen heute unseren Respekt zollen und mit der Verleihung der Bürgermedaille Danke sagen.“ Dem so geehrten war anzumerken, dass es ihm recht gewesen wäre, nicht so im Vordergrund zu stehen. So bekundete Dr. Scherer denn auch, für womöglich weitere Ehrungen nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Mit seinem Engagement für andere habe er immer seinem Dank dafür Ausdruck verleihen wollen, dass ihm selbst und seiner Famile ein relativ sorgenfreies Leben vergönnt gewesen sei. Seit dem 1. September 1994 und damit seit bald 24 Jahren sei Frau Ursula Jud Mitglied im Gemeinderat, ebenfalls in zahlreichen Ausschüüsen und Arbeitsgruppen, im Verkehrsausschuss, im Kindergartenausschuss, in der Arbeitsgruppe „Kommune - Mittelstand“, im Beirat des Alexander-Stifts und im Stiftungsrat der Bürgerstiftung „Kind und Jugend“. Nach 18 Jahren als ordentliches Mitglied im Jugendbeirat sei sie jetzt dort stellvertretendes Mitglied. Der Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbands habe sie immer wieder im Wechsel als ordentliches oder als stellvertretendes Mitlied angehört – seit Januar wieder als ordentliches. Seit Dezember 2011 sei sie als Nachfolgerin von Walter Beutel Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler. Seit Oktober 2013 sei sie darüber hinaus Erste Stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Urbach und damit nun auch ihre Stellvertreterin, so Bürgermeisterin Martina Fehrlen.Doch ihr großes Engagement als Gemeinderätin fand und finde seine Fortsetzung in Ehrenämtern in vielen weiteren Bereichen.Ursprünglich aus dem Leistungsturnen für Mädchen stammend, sei Frau Jud 1989 stellvertretende Vorsitzende des SC Urbach geworden. Von 2004 bis 2012 sei sie Vorsitzende des Vereins gewesen und dann zum Ehrenvorstand gewählt worden. Ihre Aufgabengebiete waren neben der allgemeinen Vorstandsarbeit insbesondere die Betreuung der Handball-, Turn- und Leichtathletikabteilung sowie der Koronarsportgruppe. Verschiedene Großprojekte fieln in ihre Zeit als Vorsitzende, sei es der Galaabend zum 100-jährigen Bestehen, die Einweihung des Wittumstadions, der Atriumhalle und die Organisation der Einweihung des Kunstrasenplatzes, Laufen für Opympia im Rahmen der Bewerbung Stuttgarts 2012, die Sportaktion „Urbach bewegt sich“ in Zusammenarbeit mit der AOK sowie der jährliche Seniorennachmittag. „Ihre Verbundenheit zum Sport zieht sich wie ein roter Faden durch Ihr Leben, sie bestimmte einst Ihre Berufswahl zur Sportlehrerin, und erst im Frühjahr haben sie nach über 10 Jahren das Amt der Vizepräsidentin des Sportkreises Rems-Murr abgegeben“, so Bürgermeisterin Fehrlen anerkennend, die konstatierte: „Neben dem Sport gehört Ihre Liebe der Musik und Kultur. Seit den 2000er sind Sie die „Mama“ und „gute Seele“ der Big-Band des Max Planck-Gymnasiums. Zahlreiche Tourneen und Auftritte habe Sie in Schorndorf und Urbach, aber insbesondere auch in den USA und in Russland organisiert. 2006 habe sie die Weihnachtsbaumausstellung im Rathaus initiiert und organisiert. Als Gründungsmitglied und äußerst aktives Beiratsmitglied der „Kind und Jugend“ Bürgerstiftung habe sie unter anderem das Benefizmenü in der Auerbachhalle initiiert. Auch das Geschenkpapier zugunsten der Bürgerstiftung war ihre Idee. Die Initiative „Ein Stern für dich“ auf dem Urbacher Weihnachtsmarkt geht ebenso auf Frau Jud zurück wie die Urbacher Gesundheitswoche als Messe in der Wittumhalle. „Sie sprühen vor Ideen und sorgen dann aber auch selber und indem Sie andere dafür begeistern und mit ins Boot holen, für deren Realisierung im Team“, so Bürgermeisterin Fehrlen. Ein Paradebeispiel dafür sei schon vor vielen Jahren die Ostereierausstellung in der Auerbachhalle gewesen mit 20.000 Besuchern gewesen, die größte Ausstellung, die es in Urbach bisher gegeben hat. Oder das Kinderfest 2015 mit historischem Umzug. Oder das Erdbeerherz, das damals in der Urbacher Mitte entstanden ist. Von 2001 bis 2008 sowie von 2014 bis 2018 sei Frau Jud zudem als ehrenamtliche Schöffin am Landgericht Stuttgart tätig gewesen. Seit 2014 sei sie außerdem Mitglied des Kreistages des Rems-Murr-Kreises.

Ursula Jud freut sich über die Ehrung mit der Bürgermedaille, die ihr für ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement zuteil wird.

Frau Jud sei ihr als weiblicher „Hans Dampf in allen Gassen“ geschildert worden, so Frau Fehrlen. Mit ihrer zupackenden, umsetzungsorientierten Art kremple sie schon die Ärmel hoch schaffe los, wenn andere noch am Diskutieren seien. Getreu ihrem Motto „Alter schützt vor Power nicht“ überrasche sie in all den Jahren ihres ehrenamtlichen Engagements immer wieder mit kreativen Ideen und Aktionen: Bürgermeisterin Fehrlen nannte als jüngste Beispiele: „Der kabarettistische Auftritt der Schülerinnen und Schüler der Wittumschule unlängst bei der Verabschiedung von Bürgermeister a.D. Jörg Hetzinger oder die Tanzeinlage der Ballett-Mädchen bei meiner Amtseinsetzung. Sie haben große Freude daran, etwas zu bewegen, entwickeln Urbach auf diese Weise positiv weiter und tragen so zum Gemeinwohl im Inneren, aber auch zu einer positiven Außenwahrnehmung unsere Gemeinde immer wieder maßgeblich bei. Dieses jahrelange enorme ehrenamtliche Engagement auf den unterschiedlichsten Betätigungsfeldern verdient unser alles Dank und Respekt.“Auch Frau Jud verlieh Bürgermeisterin Fehrlen sodann die Bürgermedaille der Gemeinde Urbach. Ihre Reaktion, als ihr die Absicht, sie zu ehren, im Vorfeld mitgeteilt worden sei, sei sofort sehr schwäbisch gewesen, so Ursula Jud: „Ha noi - des braucht‘s doch net – Onaidig!“ [für Nichtschwaben: Unnötig!“]. Denn eigentlich sei man ja nur eine der über 30 Millionen Menschen in Deutschland, die sich jährlich ehrenamtlich im bürgerschaftlichem Engagement einbringen, und ganz viele täten dies lange Jahre, ausdauernd, ohne Auszeichnung, und oft in der Stille. Nachdem sie dann etwas länger darüber nachgedacht habe, habe sie sich jedoch zunehmend darauf gefreut, „erstens, weil mir die Ehre bewusst wurde, die mir zuteil wird, und zweitens, weil ich heute diese Auszeichnung entgegen nehme im Bewusstsein, in einer Stellvertreterrolle zu sein, denn nur ein kleiner Teil dieser Medaille steht mir zu. Wenn ich in der Vergangenheit vielleicht die guten Ideen für Projekte lieferte, brauchte es zur Verwirklichung immer ein engagiertes Team um mich, aus talentierten, geschickten Frauen und Männern. Gemeinsam ging man dann an die Umsetzung, und es entstand so manch Schönes und Gutes für Ort und Leut“, so Frau Jud. Sie bedankte sich bei all denen, „die immer begeistert dabei sind, und dafür, dass sie sich stets von mir haben anstecken lassen -- ein mindestens drei Tortenstücke großes Teil der Medaille gehört Euch.“ Ein Teil der Medaille gehöre zudem ihren persönlichen Vorbildern, ihrer Mutter und ihrer Familie, die ihr Engagement immer mitgetragen habe. Die Bürgermedaille verstehe sie auch als Auftrag - Mit Kreativität und Elan wolle sie sich weiterhin für Urbach einbringen.  Es folgte die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Frau Anneliese Stegmaier. Hierbei hielt Landrat Dr. Richard Sigel die Laudatio. Der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft basiere auf einem durch unsere freiheitlich demokratische Grundordnung geprägten Werteverständnis. Dieses zu fördern und zu erhalten sei eine gemeinsame Verpflichtung von Staat und Gesellschaft. Das ehrenamtliche Engagement aus der Mitte der Bevölkerung stelle den Grundpfeiler zur Verwirklichung einer lebendigen und lebenswerten Zivilgesellschaft dar. Umso mehr freue er sich, so Dr. Sigel, „dass ich Sie, Frau Stegmaier, heute als eine Persönlichkeit auszeichnen darf, die seit Jahrzehnten einsteht für ihre Mitmenschen und für soziale Projekte – und damit für gegenseitiges Verständnis, Offenheit und den Zusammenhalt in der Gemeinschaft.“ Zu Frau Stegmaier als kleiner, zierlicher Person falle ihm treffender Weise ein: „Klein, aber oho“. Sie sei in vielfältiger Weise in der Gemeinde Urbach und darüber hinaus ehrenamtlich tätig gewesen. Ihr Engagement auf kommunalpolitischer Ebene habe sich angekündigt, als sie nach der Familienphase Kurse der Landeszentrale für politische Bildung wie beispielsweise „Politik aktuell“ und „Frauen in der Öffentlichkeit“ besucht habe. Diese hätten sie geprägt. Und so sei sie 1987 Ideengeberin und Mitbegründerin des Urbacher Frauenforums gewesen, das sie dann zehn Jahre lang als Vorsitzende leitete. Viele Urbacher Frauen habe Frau Stegmaier dazu bewegen können, dem Forum beizutreten und sich kommunalpolitisch einzubringen. Aus dem Urbacher Frauenforum seien Akzente für die ganze Gemeinde gesetzt, z.B. der Anstoß zu einem der Wochenmarkt gegeben worden – dieser sei heute eine feste Institution im Ort.„Liebe Frau Stegmaier, Sie wurden mir als waschechte Urbacherin beschrieben, die sich mit ihrer Heimatgemeinde und ihren Mitbürgern aufs engste verbunden fühlt. Somit ist es auch nicht überraschend, dass Sie – sogar mehrfach – als Stimmenkönigin in den Urbacher Gemeinderat einzogen. Über 20 Jahre (1989 - 2011) wirkten Sie dort als Vertreterin der Freien Wähler mit und übernahmen einige Jahre die Funktion der stellvertretenden Bürgermeisterin. Als Gemeinderätin gehörten Sie auch unterschiedlichen Ausschüssen und Arbeitsgruppen an. Besonders wichtig waren Ihnen soziale Angelegenheiten. Es ist also selbstredend, dass Sie im Ausschuss des Fördervereins Urbacher Kranken- und Altenversorgung e. V. und dem Beirat des Alexander-Stifts saßen. Mit großer Leidenschaft setzten Sie sich für die wohnortnahe Altenversorgung im Schloss Urbach ein“, so Landrat Dr. Sigel.

Landrat Dr. Richard Sigel hat Anneliese Stegmaier das Bundesverdienstkreuz angeheftet.

Doch nicht nur die ältere Gesellschaft liege Frau Stegmaier am Herzen. Mit ebenso viel Herzblut und Einfallsreichtum habe sie sich seinerzeit für die Jugendlichen der Gemeinde eingesetzt. Als maßgeblich Beteiligte am Aufbau der Urbacher Jugendarbeit in den 1980er-Jahren habe sie dem „Urbacher Forum für Jugend und Kultur“ (UFO) zur Seite gestanden. 1985 habe sie sogar ein familieneigenes Gebäude zur Verfügung gestellt, damit die Jugendlichen einen eigenen Ort für Treffen und Veranstaltungen hatten, sie habe sich bei den Umbauarbeiten tatkräftig mit eingebracht und sich auch nach dem Aufbau weiterhin für die Jugendlichen engagiert. Daneben habe sie viele Jahre weitere Ehrenämter inne gehabt: Zehn Jahre lang Lesepatenschaft bei monatlichen Lesestunden in der Mediathek, ehrenamtliche Betreuerin in der Flüchtlingsunterkunft in Urbach, Einsatz bei den jährlichen Museumshocketsen des Urbacher Geschichtsvereins, Mitwirkung beim Schülerferienprogramm. Auch über die Ortsgrenzen hinaus habe man auf ihr vorbildliches Engagement zählen können, so der Landrat des Rems-Murr-Kreises. So habe sich Frau Stegmaier beim DRK-Kreisverband im Notfallnachsorgedienst ausbilden lassen und stehe bis heute vielen Angehörigen von Verunglückten mit hoher Empathie zur Seite. Sie leiste nicht nur unmittelbar nach dem Unglück Hilfe, sondern auch in der Zeit danach. Als der Bundeswehrdienst noch Pflicht war, habe sie sich als Beisitzerin bei der Anhörungskommission der Kriegsdienstverweigerer engagiert. Insgesamt sechs Jahre lang sei sie als Hauptschöffin am Landgericht Stuttgart tätig gewesen. „Mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe waren Sie Bindeglied zwischen Staat und Bürger“, so der Landrat. Diese eindrucksvolle Bilanz ihres ehrenamtlichen Engagements stelle nur einen kleinen Überblick über das vielfältige gemeinwesenorientierte Wirken von Anneliese Stgmaier dar. „Dieser Querschnitt Ihres kommunalen und sozialen Engagements zeigt auf, dass Sie schon unendlich viel Kraft und Idealismus in das Wohlergehen Ihrer Mitmenschen investiert haben, dass Mitverantwortung, Nächstenliebe und Opferbereitschaft Ihre Lebensader prägen“, so Landrat Dr. Sigel, der Frau Stegmaier anschließend das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ ans Revers heftete „als ein Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit“. Was sie angepackt habe, habe sie mit Leidenschaft, großem Idealismus und Herzblut gemacht. Sie dränge sich nicht in den Vordergrund und verdiene für ihre bescheidene und auf Ausgleich bedachte Art allergrößten Respekt. Das Fazit von Landrat Dr. Sigel, an Anneliese Stegmaier gewandt: „Mit Ihrem Lebenswerk im Ehrenamt haben Sie Zeichen der Mitmenschlichkeit und Toleranz gesetzt!“

Sängerin Jenny Marsala, der Überraschungsgast des Abends.

Groß war im Anschluss die Schar der Gratulantinnen und Gratulanten. Aber erst nach dem Auftritt eines Überraschungsgasts: Sängerin Jenny Marsala sang zur Freude der Hildegard Knef-Fans Ursula Jud und Anneliese Stegmaier deren Hit „Für mich soll’s rote Rosen regnen“. Die wirklich warme Sommernacht trug dazu bei, dass der Sommerempfang 2018 sehr harmonisch bei Snacks, Getränken und Gesprächen noch lange gutgelaunt weiterging. Zum Schluss ganz herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen beigetragen haben.

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